Was verbindet ein Bühnenbild und eine Illustration miteinander und wie kommen diese gegebenenfalls zusammen? Wie schafft es ein Designer im Raum zu denken? Anhand eines konkreten Theaterstücks von Max Frisch „Biedermann und die Brandstifter“, entwerfen die Studierenden der FH Potsdam Illustrationen und entwickeln eine gestalterische Vorlage für ein Bühnenbild. Präsentiert wird dieses mit Hilfe eines Dioramas, welchen eine Miniaturansicht darstellt und eine bestimmte Szene des Stücks visualisiert.
Das Bühnenbild – Historischer Abriss
Das Theater hat seinen Ursprung bereits in der Antike – in den bekannten Rundtheatern wurden erste Tragödien aufgeführt. Auch die Theatergeschichte reicht somit weit zurück. Entsprechend stark unterliegt auch die Theatergeschichte einer langen Entwicklung, in der sich Fragen der Inhalte und Form von Bühnendarstellungen sowie auch Art und Erwartungen an das Theater stetig verändert haben.

Erste schauspielerische Bühnendarstellungen wurden zu Ehren des Weingottes Dionysos um 530 v. Chr. bei den Griechen verzeichnet. Im Gegensatz zu heute gab es damals wenig Variations- und Interventionsmöglichkeiten auf der Bühne, da zuerst nur ein Schauspieler, später dann bis zu drei Schauspieler in eine Darbietung involviert waren. Komplexere Bühnenstücken mit mehr als drei Darstellern kamen erst im alten Rom in Mode. Dementsprechend komplexer waren auch die aufgeführten Stücke, die – wie auch bei den Griechen – oft religiösen Hintergrund hatten. Gesänge spielten in beiden Kulturen im Theater noch eine große Rolle. Der Chor übernahm oft eine kommentierende Funktion, der dem Publikum das Geschehen zwischen den einzelnen Akten nahebrachte. Theater fand in eigens gebauten Freilichtanlagen statt und wurde ausschließlich von Männern gespielt; Frauen war das Theaterspiel verboten.

Theater ist ein Raum, der eine eigene Welt schafft. Entwürfe als Vorlagen für den Bühnenbau wurden mit Hilfe verschiedenster Techniken durchgeführt. Materialien wie Papier, aber auch Zeichnungen, Malerei und Collagen dienen der Visualisierung von Bühnen.
Ursprünglich war ein Diorama eine im 19. Jahrhundert von Louis Daguerre erfundene abgedunkelte Schaubühne mit halbdurchsichtigem, beidseitig unterschiedlich bemaltem Prospekt. Durch wechselnde Beleuchtung von Vorder- und Rückseite können damit zum Beispiel Bewegungen und Tageszeiten effektvoll simuliert werden. Diese mit dem Panorama verwandte Technik wird heute noch auf Theaterbühnen angewendet.
